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„Goldstücke 2014“ – Einfach gold wert!
2. Essener Theaterfestival für Theaterpädagogik in Schule

Goldstücke

„Schwere Jungs“  - 19 Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs der Hauptschule an der Wächtlerschule sind genau das! Karl ist intelligent, beliebt und sieht gut aus. Er hat eine hübsche Verlobte und einen reichen Vater. Eigentlich ein klasse Leben. Aber was passiert, wenn einem der eigene Bruder den Erfolg nicht gönnt.

Auf der Bühne der Weststadthalle zeigen die Jugendlichen im Rahmen des 2. Essener Theaterfestivals für Theaterpädagogik in Schule „Goldstücke 2014“ ein Tanz- und Theaterstück frei nach Schillers „Die Räuber“.  Melina Kolesza (16) und Rozdar Naser (17) sind stolz auf ihr Stück. „Vorher hatten wir keine Ahnung von Schiller und wussten auch nicht wie man Theater spielt“, erzählt Rozdar, der den alten Mohr, Karls Vater spielt. Rozdar ist genau wie Melina das erste Mal bei dem Projekt dabei. „Ich tanze schon immer gerne und deshalb war ich sehr froh, in der Tanzgruppe mitmachen zu können“, so die 16-Jährige. Gemeinsam mit der Tanzpädagogin Sabrina Klammer und dem Theaterpädagogen Thorsten Simon haben sich die Mädchen und Jungen der Hauptschule langsam dem klassischen Theatermaterial angenähert und manche Szenen modern übersetzt. „Heute wären die Räuber einfach ‚Schwere Jungs, Rapp-Musik wäre ihr Alltag und vielleicht würden sie auch schon mal einfach ein Auto klauen“, bringen es die Schüler auf den Punkt.

Kurz bevor der Spot auf die Bühne zeigt und das Stück zum ersten Mal vor Publikum aufgeführt wird, wächst das Lampenfieber – eben richtiges Theater! Ein Schuljahr lang haben sich die Jugendlichen im Unterricht mit dem Stück die „Die Räuber“ sowie mit verschiedenen Darstellungsformen auseinandergesetzt. „Die Schüler haben überlegt, wie was als Tanz darzustellen ist und haben die Szenen selbst entwickelt“, so sie Pädagogen nicht ohne Stolz auf ihre Theatertruppe. Alle zusammen haben gelernt, Verantwortung für ihr Stück zu übernehmen und jeder einzelne habe dazu beigetragen, dass es gelingt.

Die Hauptschule an der Wächtlerstraße war eine von insgesamt 16 Gruppen, die an „Goldstücke 2014“ teilgenommen hat. Eine Woche lang, vom 2. bis 6. Juni, haben Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren - Schüler von Grund-, Haupt-, Real- sowie Förderschulen - Theaterstücke, Pantomime, Singspiele oder Tanz auf die Bühne der Weststadthalle in Essen gebracht. „Der Moment, wenn der Applaus erklingt, ist in allen Fällen immer etwas Besonderes gewesen. In dem Moment der Aufführung bekommen die jungen Schauspieler und Tänzer Bestätigung für etwas, was sie sich manches Mal selbst kaum zugetraut haben oder aber auch andere ihnen nicht zugetraut haben. Das ist ein toller Moment – für diejenigen auf der Bühne und auch für das Publikum“, ist Markus Haijenga, der beim  Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Essen-Mitte e.V. das Projekt begleitet. Am Anfang des Schuljahres fange man bei Null an und einige Monate später stehe man auf der Bühne, hier leisten die Theater- und Tanzpädagogen eine ganz besondere Arbeit, ist Haijenga überzeugt. In allen Gruppen sei eine Sache ganz deutlich geworden: „Jeder ist wichtig – egal wie groß oder klein die Rolle ist! Jeder verdient Respekt.“

Und eines ist schon jetzt klar – nach den „GoldStücken“ ist vor den „GoldStücken“! Der SkF freut sich auf das 3. Theaterfestival im kommenden Jahr.