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Gefährdetenhilfe

Bundesförderung in Höhe von 500.000 € für www.gewaltlos.de

Bundesförderung in Höhe von 500.000 € für www.gewaltlos.de

Die Internetseite www.gewaltlos.de für von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen erhält im Haushaltsjahr 2017 eine Bundesförderung in Höhe von 500.000€. Die Internetpräsenz wurde vor zwölf Jahren vom Sozialdienst katholischer Frauen e.V. konzipiert und kurze Zeit später in die Trägerschaft von inzwischen 44 SkF-Ortsvereinen übernommen.

„Durch die heute beschlossene Förderung des Bundes wird das Thema „Hilfe für weibliche Opfer von Gewalt“ erheblich aufgewertet. Jede dritte Frau ist von Gewalt betroffen, oftmals geschieht dies in ihrem häuslichen Umfeld und in der Mehrzahl aller Fälle sind die Opfer stark traumatisiert. Welche Art der Hilfe Betroffene zulassen bzw. aktiv in Anspruch nehmen, entscheiden sie selbst“, so Maria Elisabeth Thoma, ehemalige Bundesvorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen und heute Vorsitzende des Trägervereines.

gewaltlos.de bietet einen Chat für Mädchen und Frauen, die von Gewalt betroffen sind, ihre Anonymität aber noch nicht aufgeben wollen oder zusätzliche weiterführende Hilfe benötigen. Hier können sie an 24 Stunden und 365 Tagen im Jahr jemanden erreichen.„Nähe durch Distanz“
dadurch lässt sich vielleicht am besten beschreiben, was Online-Chats leisten können. In ihrem eigenen Tempo können Betroffene sich äußern, sich beraten lassen und auch wieder zurückziehen. Frauen und Mädchen die hier Hilfe in Anspruch nehmen brauchen genau diese Art der Beratung, um sich überhaupt öffnen zu können. Manche besuchen bis zu siebenmal den Chat ehe sie sich zu Wort melden.

Bei gewaltlos.de werden die Frauen von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in der Lobby begrüßt und können sich dort mit anderen Besucherinnen unterhalten oder in einem privaten Chat mit den hierfür besonders ausgebildeten hauptamtlichen Mitarbeiterinnen sprechen. Die Betroffenen werden prozesshaft, d.h. von ihrem ersten Besuch bis zu ihrer Verabschiedung von einer Mitarbeiterin betreut, so dass ein echtes Vertrauensverhältnis entstehen kann. In den vergangenen Jahren wurden über 2.000 Mädchen und Frauen in extremsten Lebenssituationen erreicht. Zahllose andere Betroffene haben über die Internetpräsenz weitergehende Informationen und den Zugang zum Hilfesystems an ihrem Wohnort erhalten.

Nach Jahren, in denen die Beratungsarbeit vornehmlich durch Spenden z.B. des Unternehmens Butlers, durch Stiftungsmittel z.B. der Werhahn Stiftung und durch die Beiträge der Trägervereine nur unter Mühen aufrechterhalten konnte, ist es durch die Fürsprache und das Engagement von Christina Schwarzer, CDU-Abgeordneter aus Berlin-Neukölln und Mitglied und Obfrau im Ausschuss "Familie, Senioren, Frauen und Jugend", im Ausschuss Digitale Agenda des Deutschen Bundestages gelungen, eine Bundesfinanzierung von 500.000 € im Haushaltsjahr 2017 zu erreichen.

„Obwohl nach allen Studien viele Mädchen und Frauen von konkreter körperlicher und sexueller Gewalt, von Stalking und Nachstellungen im Internet wie Cyber Grooming betroffen sind, wenden sich noch immer viel zu Wenige an Beratungsstellen und Hilfseinrichtungen. Daher ist es eine Verpflichtung der Politik, bestehende Hilfsangebote bekannt zu machen“, betont Christina Schwarzer. „Ich freue mich sehr, dass es mir gelungen ist, Kolleginnen und Kollegen aus der eigenen Fraktion und aus anderen Fraktionen zu überzeugen, dass es sich bei www.gewaltlos.de um ein eigenständiges Projekt handelt, das Opfer erreicht, die sich nicht oder noch nicht auf andere Formen von Beratung einlassen können“.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung info@gewaltlos.de.
Beate Pinkert 
Tel.: 0221-12695819

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