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Jugendhilfe – Hilfen zur Erziehung

Straßenkinder aus dem Ruhrgebiet melden sich in Berlin zu Wort: Zweite Konferenz der Straßenkinder und Flüchtlingskinder lud zum Mitreden ein

Straßenkinder aus dem Ruhrgebiet melden sich in Berlin zu Wort: Zweite Konferenz der Straßenkinder und Flüchtlingskinder lud zum Mitreden ein

Essen, 30.09.2015. Mit dem Reisebus und dem RAUM_58-Team ging es am vergangenen Freitag für Jugendliche aus Essen, Bochum und Dortmund von Essen aus los nach Berlin. Ähnlich wie im letzten Jahr, wurde die Veranstaltung mit einer Pressekonferenz eröffnet mit anschließendem Rahmenprogramm für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Erweitert um die Zielgruppe der Flüchtlingskinder, wurde ein Zeichen der Solidarität gesetzt: Denn Straßenkinder können gut nachvollziehen, wie man sich fühlt, wenn man seine Heimat verliert und auf der Flucht ist. Gemeinschaft und Identifikation zeichneten die Veranstaltung in Berlin aus.

In insgesamt 16 thematisch unterschiedlichen Workshops rund um das Leben auf der Straße kamen die Straßenkinder aus ganz Deutschland zu Wort und konnten ihre eigenen Vorstellungen und Ideen einbringen. Themenschwerpunkte waren unter anderem „Das Jobcenter und Ich“, „Gesetzeskonflikte“, „Jugendliche erzählen: Wie kam ich auf die Straße“ oder „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“. Die Ergebnisse aus den arbeitsintensiven Gruppenrunden fließen in einen Ideen- und Forderungskatalog ein, der dem Bundesjugendministerium vorgelegt wird. Sie sollen praktische Anwendung finden in neuen Formen der Jugendhilfe mit einem hohen partizipativen Anspruch.

Beeindruckt waren die Jugendlichen von der Relevanz und der Aufmerksamkeit, die sie im Zusammenhang mit der bundesweiten Konferenz auch von politischer Seite erhielten. „Ist Frau Schwesig die oberste Ministerin für die Jugend?“, fragte ein Jugendlicher aus Essen, der bereits im letzten Jahr in Berlin dabei war. „Dann muss es ja erfolgreich gewesen sein, was wir voriges Jahr gemacht haben, oder?“
Rund 20.000 Straßenkinder leben in Deutschland ohne Obdach. Laut Schirmherrin und Bundesjugendministerin Schwesig war die erste Konferenz im Jahr 2014 der Anstoß zu einem steten Dialog des Bundes mit den Ländern und Kommunen, um die Kinder und Jugendlichen direkt vor Ort unterstützen zu können. So wurden zum Beispiel Modellprojekte in’s Leben gerufen, die auf längerfristige Perspektiven für die Kinder und Jugendlichen setzen und den individuellen Bedarf eines jeden Einzelnen berücksichtigen. 
„Auch hier in Essen arbeiten wir stark bedarfsorientiert und motivieren die Jugendlichen, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst eine Stimme zu geben“, erläutert SkF-Geschäftsführer Dr. Björn Enno Hermans die Arbeitsweise der Notschlafstelle RAUM_58 in Essen. „Unser Ziel ist es, Teilhabe wieder herzustellen und zu fördern sowie eine Anbindung an bestehende Systeme zu unterstützen. Durch die aktuelle Situation mit den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die nicht selten auch in unserer Notschlafstelle ankommen, bereiten wir gerade in Kooperation mit der Diakonie die Eröffnung einer Clearingstelle für diese Zielgruppe vor, um in Essen eine Anlaufstelle zu schaffen, bei der auch diese Gruppe bestmöglich versorgt und unterstützt wird.“ 

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