Suchbegriff nicht angegeben Info ausblenden
Weitere Seiten dieser Rubrik
SkF Essen e.V.

Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss zu Gast bei Caritas und SkF

Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss zu Gast bei Caritas und SkF

Essen, 26.06.2015. Niederstraße. Konferenzraum des Caritasverbandes für die Stadt Essen e.V. Thema „Flüchtlingsarbeit“. Seit März koordiniert der Caritasverband für die Stadt Essen e.V. in aktuell fünf Heimen das neu installierte – und deutschlandweit bisher einzigartige – Konzept der 24-Stunden-Betreuung an sieben Tagen der Woche. Ein Sozialberater, ein Einrichtungsbetreuer und der Sicherheitsdienst sind abwechselnd vor Ort und stehen Heimbewohnern wie Anwohnern jederzeit als Ansprechpart-ner zur Verfügung. „Schon jetzt, nach erst vier Monaten Laufzeit, können wir sagen, dass das Konzept positive Wirkung zeigt“, betont Caritasdirektor und SkF-Geschäftsführer Dr. Björn Enno Hermans im Dialog mit Sabine Weiss. „Ein wesentlicher Vorteil ist die Brückenfunktion: Durch engste Vernetzung aller Beteiligten schwinden Vorurteile und Hemmnisse, die Akzeptanz in der direkten Nachbarschaft hat sich enorm erhöht. Für mich ist es der richtige Weg, Akzeptanz und Miteinander nachhaltig in der Gesellschaft zu verankern.“ Um die Ressourcen und Potenziale der Flüchtlinge bestmöglich zu nutzen und Heterogenität als Grundlage für Akzeptanz und Integration zu fördern, sei eine bundesweite Verteilung der Flüchtlinge nach Belastungsfaktor der Kommunen entscheidend und nicht eine Verteilung nach dem Königsteiner Schlüssel, ergänzt SkF-Geschäftsführerin Claudia Mandrysch.

Gladbecker Straße. Beratungs-Container „StrichPunkt“ auf dem Straßenstrich. Thema „Prostitution“ und „Menschenhandel“. Seit 2004 besteht in Essen das Beratungsangebot „StrichPunkt“ für Pros-tituierte – ein Projekt des SkF Essen-Mitte e.V. in Kooperation mit der Drogenberatung für Frauen und Mädchen „Bella Donna“, der Fach- und Beratungsstelle „Nachtfalter“ des Essener Caritasverbandes, der Suchthilfe Direkt GmbH und des Gesundheitsamtes. Das Angebot bietet den Frauen Schutz und Sicherheit, gewalttätige Übergriffe sind seit Bestehen weniger geworden. Durch diesen Rückzugsort, an dem die Frauen Ansprechpartnerinnen finden, die bei Bedarf Beratung und Hilfe bieten bzw. vermitteln, wächst Vertrauen auf Seiten der Prostituierten – die Voraussetzung für einen offenen und ehrlichen Austausch, auch über Wege zum Ausstieg aus diesem Gewerbe. Auf die abschließende Frage von Sabine Weiss zur Legalität von Prostitution resümiert Dr. Björn Enno Hermans: „Soziale Beratungsangebote wären bei einem Verbot der Prostitution ungleich schwieriger umzusetzen, die Frauen würden wir nicht mehr erreichen. Nur durch die Legalisierung können wir gezielt Vertrauen aufbauen, den Frauen Entscheidungsmöglichkeiten aufzeigen und sie in ihren Entscheidungen unterstützen.“
Nicht zu vergessen seien die Freier, die oft selbst die Frauen zur Polizei oder zu Beratungsstellen begleiten, wenn sie merken, dass diese ihre Tätigkeit nicht freiwillig ausüben, fügt Sarah Hermes – als Sozialarbeiterin für den SkF im „StrichPunkt“ tätig – noch hinzu. In der Illegalität würden sich diese strafbar machen und sicher nicht auf den Gedanken kommen, zu helfen.

 

Zurück zur Übersicht